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Teamfliegen

Weiterkommen durch Teamflug

In zentralen Wettbewerben sind heute die Vorteile des Teamflugs unbestritten. Auf dezentraler Ebene führt gemeinsames Fliegen ebenso weiter und schafft am Ende mehr Fluggenuss. Mathias Schunk gibt hier eine Anleitung.

Die Vorteile des Teamflugs liegen auf der Hand: Zwei Piloten stehen eine wesentlich größere Informationsmenge und mehr Ideen zur Verfügung als einem Einzelflieger. Das Handeln wird daher viel bewusster. Ein Team verrennt sich nicht so leicht wie ein Einzelpilot. In der gemeinsam getroffenen Entscheidung wird der Flugweg besser optimiert. Die Risiken werden gemeinsam getragen und können so deutlich vermindert werden.

Auch die Tatsache, dass man ständig von seinem Teampartner gefordert wird – man will ja mindestens genauso gut steigen wie der andere-, führt dazu, dass man nicht so schnell abschaltet. Andererseits bietet der Teamflug die Möglichkeit, vorübergehend auch einmal ganz bewusst abzuschalten, wenn man einmal eine Pause braucht. So lässt sich etwas essen oder einem menschlichen Bedürfnis nachgehen, ohne dass es große Auswirkungen auf den Erfolg des Fluges hat, da in dieser Zeit der Teampartner die Arbeit übernimmt und man selbst nur mitzuschwimmen braucht.

Was heißt überhaupt "teamfähig"?

Nicht jeder ist teamfähig, was nicht heißt, dass nicht auch Einzelpiloten zu guten Flugleistungen fähig sind. Aber nicht jeder Charakter kann einfach mit jedem anderen ein erfolgreiches Team bilden, schon gar nicht ad hoc eins auf die Beine stellen. Dieses stellte sich in der Vergangenheit oft genug, als ausgewiesene Teamflieger bei internationalen Wettbewerben wie Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft gezwungen waren, mit anderen Partnern gemeinsam zu fliegen, da sich ihr angestammter Partner nicht qualifiziert hatte. Hier ist es dann oft besser, auf den engen Teamflug ganz zu verzichten.

Das dezentrale Fliegen bietet den Vorteil, dass man seinen Teampartner frei wählen kann. Am besten ist es natürlich, wenn gleich mehrere Partner zur Wahl stehen, mit denen Teamflug praktiziert werden kann. Man ist dann flexibler und nicht auf den gemeinsamen freien Tag mit dem einzigen Partner angewiesen. Wie im täglichen Berufsleben auch, hängt ein funktionierendes Team von der Teamfähigkeit seiner Mitglieder ab. Jeder muss sein Potenzial einbringen.

Wichtig ist, die Vorschläge des Partners akzeptieren zu können. Immer auf der eigenen Meinung als dem Nonplusultra zu beharren, funktioniert nicht. Man muss eigene Interessen oder Vorteile hinten anstellen können. Hierbei ist es von entscheidender Bedeutung, das sich jeder auf den anderen hundertprozentig verlassen kann und ihm auch vertraut. Der gemeinsame Weg zum Flugziel ist ein hartes Stück Arbeit.

Spielregeln festlegen

Hat man seinen Teampartner gefunden, ist es ganz wichtig, dass am besten noch weit vor den geplanten Flügen die Spielregeln festgelegt werden. Recht einfach ist es, sich auf ein reines Infoteam zu verständigen, in dem jeder den anderen Informationen per Funk weitergibt, letztendlich jeder aber seinen eigenen Flug macht. Deutlich schwieriger ist es, ein enges Team zu formen, das während des gesamten Fluges in Sichtkontakt bleibt. Hierzu bedarf es im Vorfeld ganz klarer Absprachen, damit es während des Fluges nicht zu Missverständnissen kommt. Die entstehen immer dann, wenn entweder die Spielregeln nicht eindeutig formuliert waren oder wenn durch schlechte Kommunikation der Informationsstand der Teammitglieder unterschiedlich ist. Ganz wichtig ist die Absprache darüber, wie man gemeinsam vorfliegt und vor allem, was man macht, wenn man sich verliert beziehungsweise wenn einer deutlich tiefer kommt als der andere.

Voraussetzungen schaffen

Eine gute Kenntnis über das fliegerische Vermögen des anderen ist eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Team. Am besten, man fliegt möglichst häufig zusammen, um den anderen fliegerisch besser kennen zu lernen. Eine persönliche Verbindung oder Freundschaft ist zwar nicht zwingend notwendig, erleichtert die Sache aber erheblich. Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung ist, dass man im Team über zwei möglichst ähnliche Flugzeuge, am allerbesten natürlich über die des gleichen Typs verfügt. Sobald die Leistungsunterschiede der Flugzeuge zu groß sind, wird es für den einen immer zur Qual mitzukommen, und für den anderen langweilig, weil er nie richtig gefordert wird. Hierbei ist dann auch ganz besonders zu beachten, dass man sich auf eine gemeinsame Flächenbelastung einigt. Es geht dabei nicht einfach nur darum, die gleiche Wassermenge zu tanken. Entscheidend ist, dass beide Flugzeuge die gleiche Flächenbelastung haben. Eigentlich trivial, aber von entscheidender Bedeutung ist, dass man sich vor dem Start über die Wahl der anzufliegenden Wendepunkte, sofern man eine feste Strecke ausschreiben will, klar wird und dass auch beide exakt die gleichen Koordinaten in den Logger eingeben, denn bereits ein Unterschied von nur einem Kilometer, den der eine an der Wende erst hin-, und dann wieder zurückfliegen muss, macht in der Summe einen unnötigen Höhenunterschied von etwa 50 Metern aus.

Größe des Teams

Für Teamfluganfänger ist es schwierig genug, ein Zweierteam zusammenzuhalten, daher sollte man zunächst nur versuchen, zu zweit den engen Teamflug zu betreiben. Hat man eine gewisse Routine, ist auch ein Dreierteam sehr gut vorstellbar. Vorteil ist hier, dass es für jede fällige Entscheidung immer eine Mehrheit gibt. Sei es über den weiteren Flugweg oder über das Verbleiben im vermeintlich zu schwachen Steigen. Nie wird sich einer von einem Einzelnen überstimmt fühlen, wenn man seine Entscheidung nicht durchführt, sondern die der Mehrheit im Team. Auch Viererteams sind vorstellbar, hier bedarf es allerdings genauester Absprachen, damit man sich nicht gegenseitig behindert und das Gesamtergebnis negativ wird. Allerdings können auch zwei Zweierteams im Viererteam fliegen, wobei die Mitglieder in den jeweiligen Zweierteams dann während des Fluges je nach Situation wiederum wechseln könnten.

Informationsmanagement

Ein gutes Team tauscht alle Gedanken aus, die den Flug betreffen. Es sollte zwar nichts Unwichtiges gesagt werden, aber letztendlich sollte man lieber zu viel als zu wenig miteinander reden. Alle Teammitglieder sollten immer auf dem gleichen Informationsstand sein. Das heißt, man informiert sich gegenseitig über entstehende Wolkenflusen als Thermikindikator, über heranziehende Abschirmungen, über Windzeichen wie Rauchfahnen, über eventuell grundsätzliche Änderungen in der Thermikgüte und somit eine erforderlich werdende Umstellung der Flugtaktik oder auch über mögliche Außenlandefelder beziehungsweise unlandbare Gebiete, wenn sich der Flug in tieferen Höhen abspielt. Zu jedem Zeitpunkt sollte allen Teammitgliedern klar sein, was als nächstes gemacht wird. Wenn man sich erst an der Basis über den weiteren Flugweg abspricht, ist es zu spät, dann kurbelt man viel zu lange in nachlassendem Steigen. Daher muss sich das Team sofort, nachdem der Bart zentriert ist, über die weitere Vorgehensweise unterhalten und sich auf einen Flugweg einigen. Hierbei ist es auch wichtig, jederzeit eine Alternative zur Hand zu haben, sollte sich die getroffene Entscheidung als falsch herausstellen. Das heißt, man spricht nicht nur darüber, zu welcher Wolke man als nächstes fliegt, sondern auch darüber, was man macht, wenn diese nicht funktioniert.

Sehr wichtig sind Informationen über andere Flugzeuge, nicht nur, weil kreisende Flugzeuge Thermikbojen sind. Der enge Teamflug bringt hier ein Plus an Sicherheit, schließlich sehen vier Augen mehr als zwei. Dabei darf man sich gegenseitig nicht aus den Augen verlieren. Fürs Team gilt: Jeder muss immer hundertprozentig wissen, wo sich der andere befindet; am besten, jeder hat zu jeder Zeit Sichtkontakt zum anderen. Wenn das nicht der Fall ist, muss sofort nachgefragt werden, ob der jeweils andere einen selbst sieht, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Bewältigung von Konfliktsituationen

Es ist sehr wahrscheinlich und kommt bei allen Teams häufig vor, dass es auch nach dem Austausch aller Argumente zu keiner gemeinsamen Situationsbeurteilung kommt. Aber auch dann muss natürlich zu einer gemeinsam getragenen Entscheidung gefunden werden. Balance finden ist da wichtig. Es kommt dann darauf an, auch einmal eine gegensätzliche Meinung mitzutragen. Es darf allerdings nicht nur immer derselbe der „Bestimmer“ sein. Die Entscheidungen müssen situationsbedingt getroffen werden. Wenn zum Beispiel ein Teammitglied einmal tiefer ist, muss es nicht nur zu taktischen Entscheidungen fähig sein, es muss dann auch tatsächlich die Entscheidung vorgeben. Steigt zum Beispiel der untere nicht mehr richtig, muss dieses Teammitglied entscheiden, dass man weiterfliegt. In dem Fall muss auch der obere mitfliegen, selbst wenn er in dem Augenblick vielleicht sehr gut steigt und es für ihn alleine gesehen nicht optimal ist. Hier muss man in der Lage sein, kurzfristig auf einen eigenen Vorteil im Interesse des Teams und des damit verbundenen weiteren gemeinsamen Fluges zu verzichten. Langfristig wird der Einzelnachteil wieder ausgeglichen, überwiegt der Vorteil des gemeinsamen Weiterfluges. Teams, die sich trennen, erfahren, dass sich einige Bärte später die genau umgekehrt Situation ergeben kann, dann ist der zuvor Obere selbst der Tiefere und der höhere Teampartner macht die eigene Entscheidung mit. Da empfiehlt sich gleich das Zusammenbleiben.

Wie vermeidet man Trennung?

Wie bereits beim Sicherheitsaspekt angedeutet, sollte so geflogen werden, dass man jederzeit den anderen sieht. Der Abstand sollte hier nicht zu weit sein, denn sonst ist keine Optimierung des gemeinsamen Flugweges möglich. Dann sieht man nämlich nicht, wo es besser steigt oder weniger fällt. Fliegt man zwei Kilometer auseinander, dann fliegt jeder seinen eigenen Flugweg und jeder kann nur diesen versuchen zu optimieren. Dann hat man eine wesentlich größere Fläche, die gemeinsam zum Beispiel unter einer großen Wolke für das beste Steigen abgesucht werden kann. Sobald einer einkreist, weil er glaubt, das beste Steigen gefunden zu haben, muss er dies seinem Teampartner sofort mit seinen Variowerten mitteilen und nicht erst, nachdem man den ersten oder zweiten Kreis mit gutem Steigen geflogen ist. Nur so ist es möglich, dass das Team zusammenbleibt. Der andere muss seinerseits aber auch sofort den Kreis in diese Richtung einleiten, auch wenn er selbst glaubt, gar kein Steigen zu haben. Ansonsten wird der Weg zum Partner zu weit und der Höhenverlust zu groß. Ist der Bart dann doch nicht so gut und der Einkreisende dreht wieder ab, ist es kein Problem, wenn der zweite mit abdreht. Wenn der jedoch wartet, bis der Einkreisende gut zentriertes Steigen meldet, um dann erst zu diesem Bart hinzufliegen, dann ist der andere bereits zu weit weggestiegen, bis der zweite den Bart zentriert hat.

Was tun, wenn man doch getrennt wurde?

Eigentlich sollte es bei einem gut funktionierenden Team gar nicht so weit kommen, dass man sich verliert. Wenn es aber doch passiert, ist es ganz wichtig, dass man ganz klare Treffpunkte ausmacht: „Wir treffen uns an der Wolke über der und der Stadt“ und dass der Vordermann nicht einfach sagt: „Ich fliege langsam weiter und warte auf dich, du holst mich schon ein.“ Nur bei klarer Definition des Treffpunktes ist ein schnelles Zusammenführen und damit der weitere gemeinsame Teamflug möglich. In der Zwischenzeit ist es selbstverständlich, dass der Vordermann den hinteren gezielt über die gute oder schlechte Flugwegwahl informiert und ihm somit zu einem Wissensvorsprung verhilft. Auch die sofortige Information über Steigwerte und deren eventuelle Änderungen ist wichtig, damit der Hintermann seine Vorfluggeschwindigkeit dahingehend anpassen kann.

Ergibt Warten Sinn?

Selbst bei zentralen Wettbewerben mit ihren gegenüber dezentralen Flügen relativ kurzen Flugzeiten kann es durchaus sinnvoll sein, auf seinen Teampartner zu warten, zum Beispiel, wenn man in ein Gebiet mit schlechtem Wetter einfliegt. Bei dezentralen Flügen ist es in jedem Fall sinnvoll, da wird man den kurzfristigen Zeitverlust des Wartens über die lange Flugzeit und den damit verbundenen vielen Vorteilen des Teamflugs in jedem Fall mehr als nur ausgleichen können.

Es geht sogar über das reine Warten auf den Partner hinaus; bei zu großen Höhenunterschieden ergibt ein gemeinsames Weiterfliegen nur Sinn, wenn der Obere die Klappen zieht und auf die Flughöhe des Unteren absteigt, nur so können die Vorteile des engen Teamfluges genutzt werden. Es nützt nur wenig, wenn ein vorausfliegender, aber 300 Meter höher fliegender Teampartner Informationen gibt. Insbesondere wenn es um das Auffinden eines Aufwindes unter einer weit auseinander gelaufenen Wolke geht, ist es wichtig, dass man diese in etwa in gleicher Flughöhe absucht. Nur so kann man gemeinsam das Optimum für den zunächst Unteren erreichen und hat dadurch die Möglichkeit, diesen zu beschleunigen. Hier muss jedem klar sein, dass er zwar kurzfristig auf einen Vorteil verzichtet, aber dass er langfristig durch die Vorteile des Teamfluges gewinnen wird und so das Gesamtergebnis ein besseres sein wird.

Teampartner sind austauschbar

Wenn man die Grundprinzipien des Teamfluges verinnerlicht und diese in vielen Trainingsflügen geübt und perfektioniert hat, dann kann man Teamflug mit jedem durchführen, der über die gleichen Kenntnisse verfügt. Wechselnde Teampartner fördern andererseits den Lerneffekt. Man kann anderen immer wieder etwas abschauen. Stehen mehrere Teampartner zur Auswahl, ist auch öfter Teamflug möglich, und das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit von großen Strecken – größeren jedenfalls, als man sie als Einzelpilot erreicht. Das dann geteilte Erlebnis ist ebenfalls eine Bereicherung.
[Mathias Schunk]